Neuausrichtung Circus Monti

Genau ein Jahr nach dem Spatenstich zur neuen Halle im Winterquartier hat die Direktion des Circus Monti die Presse zu einer Medieninformation eingeladen. In der Einladung wurden tiefgreifende Veränderungen angekündigt.

Johannes Muntwyler begrüsste die zahlreich erchienenen Presseleute (TV, Radio und Printmedien) und liess zuerst die 30-jährige Geschichte des Circus Monti kurz Revue passieren. Mit einigen Bildern zeigte er die Entwicklung und die Veränderungen des Familien-Unternehmens auf. Dabei verwies er auch auf die veränderten Kundenbedürfnisse und das veränderte Ausgehverhalten des Publikums.

Die Veränderungen
Drei Veränderungen in der Ausrichtung des Unternehmens hat Johannes Muntwyler den staunenden Presseleuten erläutert:

  1. Übernahme des Unternehmens „Zeltvermietungen Alfredo NOCK AG“
    Per 05. Januar 2015 wird die Circus Monti AG die Zeltvermietungsfirma Alfredo NOCK AG mit dem gesamten Inventar und den Verbindlichkeiten übernehmen. Die Verhandlungen mit Alfredo Nock und seiner langjährigen Partnerin, Ruth Bernhard, haben nach rund vier Jahren seit den ersten Kontakten zur Unterzeichnung der Verträge im Juni 2014 geführt. Damit hat der 74-jährige Fredy Nock zur Weiterführung seines Betriebes eine sehr gute Lösung gefunden und kann sich nun aus dem aktiven Geschäft etwas zurückziehen. Beide Seiten äusserten sich zum Abschluss der Vereinbarung sehr positiv. Dennoch war die Übergabe des „Chapiteau-Schlüssels“ (in Anlehnung an den alten Circusbrauch zur Einführung von Circus-Neulingen) für den langjährigen Circusmann sicher ein sehr emotionaler Moment.
     
  2. Verkürzte Monti-Saison
    Ab 2015 wird der Circus Monti nur noch Orte mit einer Spielzeit von mindestens 2 Wochen in seiner Tourneeliste führen. Orte wie Wohlen, Aarau, Basel, Bern und Zürich sind gesetzt und weitere sind noch in Abklärung. Die Premiere 2015 ist für den 7. August 2015 geplant und die Tournee wird bis Anfang/Mitte November 2015 dauern.
    Der Grund für diesen Entscheid war keineswegs wirtschaftlicher Natur. Vielmehr will die Direktion ihre Kräfte noch mehr als bisher in neue Ideen, innovative und freche Produktionen investieren und weniger in Reisetätigkeiten, Auf- und Abbauten. Zudem sind die Ansprüche des Publikums nicht nur bezüglich Programm sondern auch bezüglich Infrastruktur stetig gestiegen, was Kurzgastspiele mit zusätzlichem Aufwand belastet und „schnelles Reisen“ sehr erschwert. Wie schon eingangs erwähnt, hat sich auch das Ausgehverhalten der Gesellschaft in den letzten Jahren stark geändert. Ein Event muss nicht zwingend vor der eigenen Haustür stattfinden. Man ist eher bereit, einen längeren Weg in Kauf zu nehmen, um einen Anlass zu besuchen. Darauf, und auf die in Bern gemachten Erfahrungen, baut die Direktion des Circus Monti. Auf meine Frage, ob es denn nicht schwieriger werde, gute Artisten für eine Kurzsaison zu finden, entgegnete Johannes Muntwyler, das Gegenteil sei der Fall. Viele von Monti gesuchten und engagierten Artisten arbeiten „Projekt bezogen“ und die 10-monatige Tournee sei bisher eher ein Hindernis für gewisse Artisten/Artistinnen gewesen.
     
  3. Variété im Winterquartier
    Ab 2015 soll im Winterquartier jeweils eine Variété-Produktion in der neuen Trainingshalle in Wohlen gezeigt werden. Diese wird sowohl Firmenanlässe und öffentliche Vorstellungen bieten. Bereits in diesem Winter sind einige geschlossene Events geplant und in der Realisation.
     

Alle drei Standbeine zusammen sollen den erfolgreichen Weiterbestand des Unternehmens MONTI festigen und für die Zukunft sichern.

Mit diesen mutigen, innovativen Weitblick setzt die Familie Muntwyler ein weiteres, unvergleichbares Zeichen in der Schweizer Circus-Szene. Veränderungen muss man erkennen und dann auch geeignete Massnahmen erörtern und mutig umsetzen.

Wir wünschen der Familie Muntwyler und dem Circus Monti viel Erfolg und alles Gute.

Alfred Reichle

Medienorientierung zur Neuausrichtung Circus Monti  Johannes Muntwyler an der Medienorientierung zur Neuausrichtung  Johannes Muntwyler an der Medienorientierung zur Neuausrichtung  Johannes Muntwyler an der Medienorientierung zur Neuausrichtung  Alfredo Nock und Johannes Muntwyler bei der Schlüsselübergabe  Alfredo Nock und Johannes Muntwyler bei der Schlüsselübergabe  Familien Muntwyler und Nock

Fotos: Alfred Reichle