A Circus Symphony - Interview mit Kilian Rosenberg

Vom 10. bis und mit 12. Februar 2017 findet im KKL Luzern die neue Auflage von A Circus Symphony statt. In der Konzertshow verschmelzen klassische Musik und atemberaubende Artistik. Die musikalische Leitung obliegt dabei erneut Andreas Spörri und die Musikerinnen und Musiker der Südwestdeutschen Philharmonie entführen das Publikum in eine besondere Klangwelt. Internationale preisgekrönte Spitzenartisten führen ihre eigens für die Konzertshow choreografierte Darbietung mit ausgewählten sinfonischen Werken zusammen und schaffen damit ein Erlebnis, das über das Hören und Sehen hinausgeht. Wir hatten die Möglichkeit mit Kilian Rosenberg zu sprechen, der für Konzept, Artistische Leitung und Regie veranwortlich zeichnet. Tickets und weitere Informationen zur Show gibt es hier.

 

 

CVA: Obrasso Classic Events veranstaltet viele verschiedene Events, die stets in Zusammenhang mit hochstehender klassischer Musik stehen. Wie kam es zur Idee, ein klassisches Konzert mit Circusartistik zu vereinen? 

Kilian Rosenberg (KR): Offen und ehrlich gesagt, haben wir uns von der Idee „Circus meets Classic“ des Circus Roncalli inspirieren lassen. Wir haben aber das Ganze umgedreht, stellen das Sinfoniekonzert und das klassische Werk in seiner originalen und unverkürzten Fassung ins Zentrum und suchen den Artisten und die passende Disziplin dazu.

 

CVA: Können Sie uns etwas über die Entstehung von «A Circus Symphony» erzählen? Wie werden beispielsweise die Artisten ausgewählt? 

KR: Es ist ein Urbedürfnis des Menschen, sich zur Musik zu bewegen. Daraus entwickelte jede Kultur ihre eigene Tanzform. Viele artistische Disziplinen sind eine Weiterentwicklung des Tanzes. Wir versuchen daher, ausgehend von einem in sich kohärenten musikalischen Programm, passende artistische Kunstformen mit tänzerischen Komponenten zu finden.

CVA: Die Show findet im KKL Luzern statt, einem Ort, der nicht gerade mit Circusvorstellungen in Verbindung gebracht wird. Wieso haben Sie sich trotzdem für das KKL als Aufführungsort entschieden und nicht etwa einen Partner mit Circuszelt gesucht? 

KR: Wie bereits angetönt, steht bei uns der sinfonische Aspekt im Zentrum, was mit der Wahl des Raumes ganz klar zum Ausdruck kommen soll.

CVA: Wie gehen Sie bei der Auswahl der klassischen Musiktitel vor? Wie gelingt es Ihnen, dass die Darbietungen der Artisten perfekt auf die Musik der Philharmonie abgestimmt sind? Gibt es lange Probentage? 

KR: Der Musikkenner erwartet, dass das musikalische Programm nicht kunterbunt, sondern wie ein stimmige Geschichte daher kommt. Sind die in Frage kommenden Werktitel zusammengetragen, werden Disziplinen gesucht, dich sich mit der Energie, dem Rhythmus und Schwingungen der Musik verbinden. Danach werden potenzielle Artisten kontaktiert. Ihnen werden ein oder zwei Werktitel vorgeschlagen. Kommt man überein, kommt es zum Engagement. Der Artist erhält eine Aufnahme mit der vom musikalischen Leiter bestätigten Interpretation des Werks, mit der er proben kann. Mit dem Orchester alleine probe jeder Artist am Vortag und am ersten Aufführungstag zweimal 20 Minuten.

CVA: Mit dem Booking und der Zusammenarbeit mit Artisten haben Sie vor wenigen Jahren Neuland betreten. Welche Erfahrungen haben Sie hier gesammelt? 

KR: Viele Artisten sind anfänglich sehr misstrauisch und wollen jedes Risiko im Vertrag ausbedingen. Im Laufe der Projektentwicklung wechselt jedoch das Misstrauen – bis jetzt immer – in Begeisterung und Faszination. Letztendlich sind die Begegnungen mit den Artisten sehr freundschaftlich und überaus bereichernd!

CVA: Die vergangenen Ausgaben von «A Circus Symphony» waren allesamt sehr erfolgreich. Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

KR: Wir haben für die Jahre 2018-2020 die Daten für „A Circus Symphony“ im KKL Luzern reserviert. Sollte dieses Format einen ungeahnt grossen Zuspruch finden, können wir uns auch vorstellen, die Produktion in anderen Schweizer Konzertsälen zu zeigen. Allerdings sind die Möglichkeiten nicht sehr vielfältig.

 

Wir danken Kilian Rosenberg für das Gespräch und wünschen ihm und seinem Team eine erfolgreiche Spielzeit mit A Circus Symphony!